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Internationale Waffenbörse erstmals auf neuem Stuttgarter Messegelände – Attraktive Sonderschauen sowie Auktion mit Orden und Ehrenzeichen

Vom 28. bis 30. März 2008, im vierzigsten Jahr ihres Bestehens, findet die Internationale Waffenbörse IWB erstmals auf dem neuen Stuttgarter Messegelände direkt am Flughafen statt.


Mit diesem großen Schritt in die Zukunft besinnt sie sich gleichzeitig auf ihre Wurzeln und findet wie in den ersten fünf Jahren ihres Bestehens alleine statt, d. h. ohne die weiteren Sammler- und Antiquitätenausstellungen. Im Stuttgarter Sammlermessenverbund war die IWB ohnehin seit Jahren die besucherstärkste Messe gewesen. Die bisher zeitgleich stattfindende ISA wird Bestandteil der neuen Messe „Lifestyle“, die vom 3. bis 6. April 2008 ihre Tore öffnet.

Die Liebhaber moderner und historischer Waffen sowie von Orden- und Ehrenzeichen werden in der Halle 8 der Neuen Messe Stuttgart wie gewohnt ein vielfältiges Angebot finden – rund 200 erwartete Aussteller präsentieren moderne Sportwaffen, historische Sammlerstücke, Uniformen, Literatur, Orden, Ehrenzeichen und anderes mehr. Hinzu kommen zahlreiche Vereine und Organisationen mit Aktions- und Informationsständen wie etwa der BdMP (Bund der Militär- und Polizeischützen), FSD (Freie Schützen Deutschland) oder der Bund Deutscher Sportschützen 1975 (BDS). Auch der Zoll wird wieder mit einem Informationsstand vertreten sein. Erstmals wird es zudem eine Auktion mit Orden und Ehrenzeichen geben.

Die Sonderschauen, ebenfalls seit vielen Jahren wichtiger Bestandteil der IWB, zeigen auch auf dem neuen Messegelände wieder zahlreiche Schmankerl für historisch Inte-ressierte. Das Kuratorium zur Förderung historischer Waffensammlungen e. V. widmet sich anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Einführung der Pistole 08 beim deutschen Militär den Pistolen Modell Borchardt, Borchardt/Luger und Luger Para-bellum sowie deren Vorläufermodellen. Gezeigt wird auch der Übergang vom Reichsrevolver zur ersten militärisch eingeführten Selbstladepistole bei den deutschen Streitkräften. Vier Jahrzehnte lang war die Pistole 08 in verschiedenen Ausführungen die Standard-Kurzwaffe des deutschen Militärs, aber auch der deutschen Polizei. Die Luger-Pistolenmodelle gehörten zwar auch in anderen Ländern wie beispielsweise der Schweiz oder Finnland zur Ausrüstung der Streitkräfte; im Mittelpunkt der IWB-Sonderschau stehen jedoch die in Deutschland eingesetzten Modelle wie die Pistolen 04, 08, die lange Pistole 08 und das entsprechende Zubehör.

Zu den verschiedenen Ausführungen und Varianten der einzelnen Hersteller, die in der Sonderschau präsentiert werden, gehören auch seltene Einzelexemplare. Eine Pistole Borchardt C 93 aus der Ludwig-Loewe-Fertigung, eine Luger-Pistole aus dem Truppenversuch des deutschen Militärs von 1902/03 mit automatischer Sicherung, eine Pistole 08 ohne Kammerfang oder Pistolen 08 der Simson & Co.-Fertigung sind ebenso wie 08-Pistolen aus der Krieghoff-Fertigung bis zum Jahr 1945 mit Sicherheit ein besonderer Blickfang der Präsentation. Zahlreiches seltenes Zubehör wie ein Nachtvisier für die Lange Pistole 08, militärische Einstecksysteme und Waffenmeisterwerkzeuge zur Pistole 08, Taschen, Trommelmagazine, Lader wie auch verschiedene Munitionsausführungen runden die Ausstellung ab und machen sie auch für den am Schießsport interessierten Besucher sehenswert. Und natürlich stehen wie immer die Organisatoren der Sonderschau gerne für Fragen rund um die gezeigten Sammlerstücke zur Verfügung.

Reiner Herrmann vom Verband für Waffentechnik und -geschichte, VdW, hat seine diesjährige Sonderschau den Blankwaffen gewidmet - genauer gesagt, dem Infanterie-Degen M./89, einem unter Blankwaffensammlern sehr gefragten Stück. Kaiser Wilhelm II führte den deutschen Infanterie-Offizier-Degen neuen Modells, der auch unter den Namen Infanterie-Offizierdegen Modell 1889, IOD Modell 89 oder schlicht IOD 89 bekannt ist, am 22. März 1889 ein. Obwohl dieses Degenmodell nur knapp dreißig Jahre lang Ordonnanzwaffe war, hat es das Erscheinungsbild des Soldaten im kaiserlichen Deutschland so nachhaltig geprägt wie etwa die Pickelhaube. Noch heute finden sich Exemplare dieses Degens in Haushalten auf der ganzen Welt als Erinnerung an ein Familienmitglied, als Zeuge einer längst vergangenen Zeit oder schlicht als historisches Dekorationsstück.

Der Degen war nicht nur Ausrüstungsgegenstand und Statussymbol des Offizierskorps der deutschen Infanterie, sondern, wie auch etwa die Pistole 08 oder deutsche Orden, ein beliebtes Kriegssouvenir bei den gegnerischen Soldaten. Heute finden diese persönlichen Beutestücke wieder für viel Geld den Weg zurück in ihr Herkunftsland. Die Zeit, als man noch seltene Stücke auf Flohmärkten finden konnte, ist leider längst vorbei, und dennoch steigt die Zahl der Sammler und Liebhaber dieser eleganten Waffe stetig.

Die erstaunliche Vielfalt der Varianten eines einzigen Degenmodells legt die Vermutung nahe, dass es schon zur damaligen Zeit schwierig war, nur an Hand des Griffstückes den Degenträger einer Formation zuzuordnen. Der Degen war ein Statussymbol, die Schlichtheit oder reiche Ausschmückung sollten auch über den sozialen Stand des Trägers Auskunft geben.

Die Exponate, die Reiner Herrmann für den Stand der VdW-Sonderschau zusam-mengetragen hat, kommen u. a. von Peter Hartmann und dem Museum Schloss Friedenstein in Gotha.

Die Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde e.V. (BDOS) schließlich sorgt in diesem Jahr für Lokalkolorit und präsentiert Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg ebenso wie Verleihungsurkunden oder Informationen zu den Beliehenen. Die Mitglieder des BDOS stehen für Fragen nicht nur zu diesem Thema, sondern auch rund um Orden und Ehrenzeichen im allgemeinen gerne zur Verfügung.

Neu ist in diesem Jahr eine Auktion von Orden und Ehrenzeichen, die am Samstag zwischen 12 und 18 Uhr im IWB-Forum in Halle 8 stattfinden soll. Die Auktionslose können bereits am Freitag während der normalen Öffnungszeiten zwischen 10 und 18 Uhr am Stand des finnischen Auktionators Medalhouse Oy vorab besichtigt werden.

Die IWB hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag nur bis 17 Uhr. Der Ein-tritt (inkl. Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Verkehrsverbund Stuttgart) kostet 10 Euro.



 

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