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Lehrgang 3x6= 120

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Dies ist kein Fehler in der Formel, wie man nun vermuten könnte.

So lautet die Formel, wenn sich 3 6,Dan-Trager - mit zusammen mehr 120 Jahren Kampfsporterfahrung -treffen und in der Dreifachturnhalle der Ernst-Rauwolf-Schule in Lenting ein "Stell-dich-ein" geben und einen Lehrgang abhalten der aufgrund seiner Besonderheiten Seinesgleichen erst einmal suchen muss.


So geschehen am Samstag, 29.3.2008. An diesem Tag trafen sich die Gäste Fritz Oblinger, 6. Dan Shotokan-Karate-Do (DKV), Walter Smigielski, 6. Dan Goshu-Ryu-Karate-Do (IMAF) und Veranstalter und Organisator Shihan Abi Poschl, 6. Dan Shotokan-Karate-Do (DKV) und 7. Dan Shotokan-Karate-Do (MAA-I) und funden zum 1. Lehrgang 2008 ein. Allein durch diese Zusammenstellung kommt schon eine Besonderheit dieses Lehrgangs zum Vorschein. 3 Verschiedene Verbände auf einem Lehrgang. Dies entspricht nicht unbedingt der allgemeinen Verbandspolitik - wie Fritz Oblinger bei der Begrüßung richtig bemerkte - jedoch sehr wohl der japanische Kampfkunstphilosophie, bei der es sicher nicht um Verbandspolitik geht, sondern vielmehr um die Grundsätze des Budo (Ritterlichkeit) im Allgemeinen. Alle 3 Meister waren sich einig in dem Gedanken, dass Politik im Sport nichts verloren hat. Die Schüler haben eines gemeinsam, sie wollen Karate als Kampfkunst erlernen und ausüben und Ihren Stil verbessern.

Sensei Frfe Oblinger demonstrierte während seiner Tainingseinheiten die Fülle der Techniken, die sich in einer "einfachen" Kata wie der Kata HeianOondan verstecken. Es war schon immer das Privileg fortgeschrittener Meistergrade die in den Katas enthaltenen Techniken zu entschlüsseln. Anhand der Anwendungskata Hetan-Jondan-Ren-Sho erkärte er die genauen Bewegungsabläufe gegen einen oder mehrere Gegner. Auch ging darin anschaulich hervor, dass in einer Bewegung dieser Kata sehr viel mehr als nur eine Anwendung steckt.

Ein weiteres Thema von Sensei Obtinger war die Meisterkata Chinte. Diese Kata enthält sämtliche 5 Tiere des Shotokan-Karate (Drache, Tiger, Schlange, Kranich und Gepard). Hier verdeutlichte er mit Beispielen, dass die vermeintliche Schwäche eines Tieres zu dessen Stärke werden kann. Anhand von Anwendungsmöglichkeiten demonstrierte er diese Zusammenspiel zwischen Stärke und Schwäche.

Sensei Walter Smigielski hingegen widertegte die allgemeine Meinung, Karate sei gleich Karate. In eindrucksvollen Technikdemonstrationen zeigte er die Unterschiede zwischen dem uns bekannten Shotokan-Karate und dem Goju-Ryu-Karate. Der wohl größte Unterschied liegt in der Kampfdistanz. Während im Shotokan-Karate der Gegner zumeist auf Schlag- oder Trittdistanz gehalten wird, geht der Kämpfer des Goju-Ryu-Karate ganz anders vor. Dieser "sucht" geradezu die Nähe des Gegners, Mit für den Shotokan-Stil gänzlich ungewöhntichen Bewegungsabläufen zeigte Sensei Smigielski anhand von Kata Ten-Shu und Kata Sei-in-jin wie sich diese Art des Kampfes auf die Nähe des Gegners einstellt um dann den Gegner mit seiner eigenen Kraft zu "überlisten", dessen Gleichgewicht zu brechen um letztendlich mit einer gezielten Kontertechnik den Gegener zu überraschen und zu besiegen.

Auch das war eine Besonderheit dieses Lehrgang. Selten bekommt man auf Lehrgängen mit nur einem Vertretenen Verband verschiedene Kampfstile vermittelt.

Auch der Cheftrainer der Karateabteilung des TSV-Lenting, Shihan Abi Pöschl, ließ sich auf diesem Lehrgang nicht "lumpen". Mit Kata Bassai-Sho, Goju-Jiu-Sho und Jitte bewies er gekonnt, dass man sich mit einigen wenigen Katas und den darin enthaltenen Techniken nicht nur während eines einzigen Lehrgangs sondern über Wochen hinweg beschäftigen kann, ohne dass es auch nur einmal langweilig werden würde. Eine beliebige Sequenz aus einer beliebigen Kata heraus gegriffen, zeigte den erstaunten Schülern ein Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten. Das Produkt aus einer Sequenz mit 2 oder 3 Bewegungen multipliziert mit den Anwendungsmöglichkeiten und kombiniert mit den "Werkzeugen" bzw. Waffen eines Karateka ist das Ergebnis, welches erklärt warum in den Anfängen des Karate im alten Japan und Okinawa von einem Meister häufig nur eine Kata gelehrt wurde. In dieser Trainingseinheit offenbarte Shihan Abi Pöschl all sein meisterliches Können um das entschlüsseln alter, verborgener Techniken.

Geschafft aber voll Enthusiasmus endete der Lehrgang, der in drei Einheiten mit je ca. 1 1/2 Stunden abgehalten wurde. Für viele der aus ganz Bayern kommenden ca. 60 Lehrgangszeilnehmer wird dieser noch lange in Erinnerung bleiben. Bernd Höhle ( Headmaster der Martial Arts Association – International ( www.MAA-I ) gratulierte Shihan Abi Pöschl zur Aufnahme in die Hall of Fame des Martial Arts Time Magazin und zum gelungenen Großlehrgang.


 

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