
Michael Röder
Im Finale des mit 140 Fechtern aus 19 Nationen stark besetzten Turniers setzte sich Wagner vor 700 Zuschauern souverän gegen den US-Amerikaner Daryl Homer 15:9 durch. „Das war heute sein Tag. Benedikt hat ansatzlos an seine bisherigen Ergebnisse angeknüpft“, freute sich anschließend auch Nachwuchsbundestrainer Olaf Kawald.
Benedikt Wagner gehörte als EM-Fünfter und Mannschafts-Europameister der Junioren von Odense zweifelsfrei zu den Top-Favoriten von Dormagen. Dem wurde er beim Heim-JWC in jedem Fall gerecht. Mit nur einer Niederlage in der Vorrunde gut gestartet, „wackelte“ er nur kurz im Achtelfinale gegen den Polen Mateusz Jasinski, als er kurzzeitig zurücklag. Doch Wagner riss das Steuer herum und siegte 15:13. Im Viertelfinale setzte er sich gegen Nationalmannschaftskollegen Maximilian Kindler (Eislingen) mit 15:10 durch, im Halbfinale konnte er den italienischen Mitfavoriten Stefano Sbragia mit 15:14 überwinden. „Dieses Turnier war fast schwerer, als eine JWM“, meldete sich Olaf Kawald nochmals leise lächelnd zu Wort. „Im Ernst, hier war so ziemlich alles da, was Rang und Namen hat“, fügt er hinzu. Kawald konnte zudem genüsslich feststellen, dass mit Matyas Szabo, Sohn des Bundestrainer Vilmos Szabo, ein weiterer Dormagener den Sprung auf das Podest schaffte. Szabo, der zukünftig für das deutsche Team starten will, unterlag im Halbfinale dem Amerikaner Homer 9:15. „Ich denke, wir sind im Herrensäbel im Nachwuchs gut aufgestellt. Wagner wird mit Sicherheit in dieser Saison auch für Druck bei den Aktiven sorgen und es wird wohl auch nicht sein letzter JWC- Sieg gewesen sein“, blickt Kawald abschließend nach vorn. Maximilian Kindler auf Platz und damit dritter Deutscher in der Finalrunde war ein weiterer Beleg für die internationale Stärke des deutschen Herrensäbels auch im Juniorenbereich. Erst am späteren Sieger Benedikt Wagner scheiterte der Eislinger Kindler, zeigte sich zuvor willensstark und selbstbewusst. Nicht umsonst gehörte auch er zum JEM-Gold-Team von Odense, dass Anfang November souverän die Konkurrenz hinter sich gelassen hatte.
Im Damensäbel verpasste die Koblenzerin Alexandra Bujdoso mit Rang zwei nur knapp den Junioren-Weltcup-Sieg an gleicher Stelle. Im Finale musste sich die Sportsoldatin Alexandra Bujdoso (Koblenz) der Russin Dina Galiakbarova hauchdünn mit 13:15 geschlagen geben. Rang drei stand für die 19-jährige aus der Saison 2006/20007 in Dormagen bereits zu Buche. Diese Platzierung sollte nun unbedingt übertroffen werden. Ohne Mühe überstand sie die Vorrunde von Dormagen, marschierte anschließend zielsicher in Richtung Finalrunde. Im Viertelfinale siegte sie gegen die Ungarin Anna Varhelyi 15:8, im folgenden Halbfinale setzte sie sich gegen die starke Tunesierin Azza Besbes mit 15:12 durch. Erst Galiakbarova konnte den Siegeslauf von Bujdoso stoppen. Mit Eva Munz (Künzelsau) stand nicht nur eine weitere Deutsche Säbelfechterin in der Finalrunde von Dormagen, die 19-jährige konnte nach Ende des Turniers mit Rang drei ihre bisher beste Platzierung bei einem Junioren-Weltcup feiern. Unerwartet kam der Erfolg dennoch nicht. Vor gerade ein Mal drei Wochen hatte Munz mit ihren Team-Kolleginnen Bujdoso, Scholten und Ercetin bei der Junioren-EM Silber in der Mannschaft geholt. Der Erfolg von Odense beflügelte Eva Munz offensichtlich. Nur eine Vorrunden-Niederlage, ein knappes 15:14 gegen Marina Paizi auf dem Weg in das Finale. Was folgte, waren klare Siege gegen Vittoria Ciardullo (ITA/15:7) und Dora Damu (HUN/15:6), ehe die spätere Siegerin aus Russland ein rein deutsches Finale verhinderte.
Die Platzierungen:
Herrensäbel: 1. Benedikt Wagner (Dormagen), 2. Daryl Homer (USA), 3. Matyas Szabo (Dormagen), 3. Stefano Sbragia (ITA), 5. Alexander Karpukin (RUS), 6. Maximilian Kindler (Eislingen), 7. Rustem Gilmullin (RUS), 8. Aurelien Auguste Poggioli (ITA), 19. Pascal Merle (Alsfeld), 24. Florian Lehnert (Eislingen).
Damensäbel: 1. Dina Galiakbarova (RUS), 2. Alexandra Bujdoso (Koblenz), 3. Eva Munz (Künzelsau), 3. Azza Besbes (TUN), 5. Anna Marton (HUN), 6. Julia Mikulik (HUN), 7. Anna Varhelyi (HUN), 8. Dora Damu (HUN) 26. Jasmin Bührle (Tauberbischofsheim)
| Foto: | fotolia, Michael Röder |
| Bericht: | Deutscher Fechter-Bund, Olaf Wolf |
| Quelle: | Deutscher Fechter-Bund |
| < Zurück | Weiter > |
|---|

