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Kampfsportforschung: Why Martial Arts? – Macht Judo Kinder stark?

fotolia_rey_kamensky

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1. Rahmenprojekt „Why Martial Arts?“
Die Studie „Macht Judo Kinder stark?“ ist Teil des Rahmenprojekts „Why Martial Arts?“ von PD Dr. Peter Kuhn (www.whymartialarts.com). Neben zahlreichen Fragestellungen aus dem Bereich Martial Arts (Oberbegriff für Kampfkunst und Kampfsport), die in Abschlussarbeiten behandelt werden, besitzt das Rahmenpro jekt zwei zentrale Perspektiven:
  • Selektionsperspektive (Warum betreiben Menschen Martial Arts?)
  • Sozialisationsperspektive (Was bewirken Martial Arts?)

Die Selektionsperspektive fragt danach, warum Menschen sich den Martial Arts zuwenden, warum sie mitunter Jahrzehnte lang dabei bleiben, was sie sich davon versprechen und welchen Sinn sie ihrem Üben zuordnen. Dieser Bereich wird von Martin Mayer in seiner Dissertation „Motive im Karatedo“ (Arbeitstitel) behandelt. Die Sozialisationsperspektive wird von Sebastian Liebl in seiner Dissertation „Macht Judo Kinder stark?“ bearbeitet. In diesem Beitrag werden die Fragestellungen, Methoden und das Untersuchungsdesign der Studie „Macht Judo Kinder stark?“ vorgestellt. Ergebnisse können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wiedergegeben werden.

2. Projekt „Macht Judo Kinder stark?“
Der Sozialisationsperspektive steht immer auch die Selektionsperspektive gegenüber. So kann man z.B. bei einem Marathonläufer nicht mehr ohne weiteres nachvollziehen, ob ihn primär das Training zu einem guten Läufer gemacht hat, oder ob er einfach bestimmte physische und psychische Anlagen besitzt, die es ihm ermöglicht haben, einen Ausdauersport langfristig und erfolgreich zu betreiben. Es handelt sich hier um das Anlage-Umwelt-Problem bzw. – stark vereinfacht und bildlich formuliert – um die nicht beantwortbare Frage, ob zuerst die Henne oder das Ei da war (Gerlach, 2008, S. 6). Beide Annahmen erscheinen plausibel, wenn davon ausgegangen wird,

„(a) dass am Zustandekommen jeder komplexen Leistung immer die ganze Person beteiligt ist, also auch bei der sportlichen Leistung Persönlichkeitsmerkmale eine mehr oder weniger mitentscheidende Rolle spielen und (b) dass ein längeres intensives Sporttreiben und die mit ihm ver-
bundene Konfrontation mit bestimmten sportmotorischen Anforderungen, mit Erfolgs- und Misserfolgserlebnissen, mit sportspezifischen Rollen, Normen und Werten, die Einbindung in eine bestimmte soziale Gruppe und bestimmte soziale Interaktionen usw. nicht ohne Rückwirkung auf die betreffende Person bleiben werden“ (Gabler, Nitsch & Singer, 2000, S. 296).


Um überhaupt Entwicklungsverläufe und sozialisationswirksame Einflüsse erfassen und verglichen zu können, bedarf es einer Längsschnittstudie mit Kontrollgruppen. Bei nur einem Messzeitpunkt kann nicht zwischen Selektions- und Sozialisationseffekten unterschieden werden.
Um die allgemeine Fragestellung „Was bewirken Martial Arts?“ empirisch untersuchen zu können, muss der Gegenstandsbereich konkretisiert und die Fragestellung präzisiert werden. Der Gegenstandsbereich Martial Arts wird zunächst auf den Nachwuchs-/Anfängerbereich und den Kampfsport Judo eingeschränkt. Mit der Wahl des Nachwuchs-/Anfängerbereichs verbindet sich die Frage, inwieweit ein zweikampforientiertes Bewegungs-/Handlungsfeld einen Beitrag zur kindlichen Entwicklung liefern kann. Zweikampfsportarten finden im Schulsport immer noch eine untergeordnete Rolle. Mit der Studie ist die Hoffnung verbunden, den sportpädagogischen Wert von Martial Arts empirisch untermauern zu können. Zur Wahl des  Nachwuchs- /Anfängerbereichs passt auch die Wahl des Kampfsports Judo.
Dieser stellt insbesondere im Anfängerbereich aufgrund seiner Nähe zum spielerischen Ringen und Raufen ein geeignetes Bewegungs-/Handlungsfeld für Kinder dar. Diese Einschränkungen führten zum Projekttitel „Macht Judo Kinder stark?“. „Stark“ steht hierbei nicht nur für physische Stärke, sondern auch für Ich-Stärke und soziale Stärke. Dementsprechend werden die Wirkungen von Judoanfängertraining auf den physischen, psychischen und sozialen Bereich der kindlichen Persönlichkeit untersucht.

kompletter Beitrag von Sebastian Liebl

www.whymartialarts.com

 

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