1 Techniken
Haidong Gumdo baut auf der Ausübung von Kibun (Grundlagen), Poomse (Formen), Yaksuk daeryun (eingeschränktes Sparring), Hada (freies Sparring), Chingeom gyokgeom (Sparring mit echten Klingen), Gigong (Aufbauübungen) und Begi (Schnittübungen). Das Standardtraining wird mit dem Mokgom (Holzschwert) ausgeführt.
Das Waffentraining beginnt mit dem Gebrauch des Jukdo (Bambusschwert) und fährt mit Mokgom und Chingeom fort. Die Poomse innerhalb des Haidong Gumdo wurden aus den Bewegungen des Gicheon (Koreanisch für Taijiquan) und verschiedenen Schwertübungen, die man auch im Muye Dobo Tongji findet, abgeleitet. Zudem wurden Baldo und Chakgom entwickelt. Während frühere Koreanische Schwertstile im Bonguk Gombop enthalten sind, werden im Haidong Gumdo auch andere Methoden gelehrt:
- 쌍수검법 Ssangsu Gombop (Führen des zweihändigen Schwerts)
- 심상검법 Simsang Gombop (Taktik und Strategie mit dem Schwert)
- 예도검법 Yedo Gombop („Stil des Herzens des Schwertkämpfers“)
- 제독검법 Jedok Gombop („Stil des Admirals“)
- 장백검법 Jangbaek Gombop (Stil des Jangbaek)
- 왜검법 Wae Gombop (Japanischer Stil)
- 외수검법 Wuisu Gombop (Einhändiger Gebrauch des Schwerts)
- 쌍검검법 Ssanggeom Gombop (Gebrauch von zwei Schwerten)
Haidong Gumdo kann allgemein als der Austausch von mehreren Schwerttechniken mit einer Schwerttechnik beschrieben werden. Die eine Technik ist von der japanischen Methode charakterisiert. Das japanische Ideal von „Ein Schlag, ein Toter“ ist auch heute noch verbreitet im japanischen Kendo (koreanisch Kumdo).
Die Vorzüge und Nachteile von jeder Philosophie kann endlos diskutiert werden. Der vielleicht beste Weg, den Unterschied zwischen dem japanischen Kendo und dem koreanischen Haidong Gumdo zu beschreiben ist deren Philosophien beider Stile zu studieren:
- Die japanischen Techniken sind fokussiert auf den Kampf Mann-gegen-Mann, oder dem individuellen Kampf;
- Der Koreanische Stil beschäftigt sich mit dem Kampf eines einzigen gegen viele oder dem Kampf auf dem Schlachtfeld.
Die Essenz des Haidong Gumdo ist das Shimgum, ein Philosophisches Konzept, das mit dem spanischem duende, wie es der spanische Dichter García Lorca prägte, vergleichbar ist. Shimgum ist die Vereinigung von Absicht, Körper und Geist, die sich durch den Gebrauch des Schwertes ausdrückt. Es beinhaltet die Beherrschung des Schwertes, aber überschreitet gleichzeitig technische Grenzen. Man könnte „technisch perfekt“ sein und trotzdem das Shimgum nicht erfüllen. Shimgum macht aus der Kampfwissenschaft des Haidong Gumdo eine Kampfkunst.
2 Graduierungen
Im Haidong Gumdo gibt es acht Schülergrade (Kup) und acht Meistergrade (Dan). Der jeweilig nächste Grad wird durch eine Prüfung erreicht. Prüfungsinhalt sind u.a. Formen. Die jeweilige Graduierung wird durch einen farbigen Gürtel gekennzeichnet. Die Farbreihenfolge ist beginnend mit dem 10. Kup: weiß, gelb, rosa, orange, türkis, grün, blau, lila, rot, braun. Die Dangrade tragen schwarze Gürtel.[1] [2]
3 Juristische Auseinandersetzungen
Eine Aufeinanderfolge von gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen den zwei Hauptverbänden des Haidong Gumdo ist in der Geschichte dieser Kampfkunst zu verzeichnen. Diese Organisationen behaupten, dass Haidong Gumdo seine Wurzeln in den Kriegs- und Kampftraditionen der Samurang begründet, eine Gruppe von Elitekämpfern, die ursprünglich von einem Meister namens Seolbong im alten Königreich Goguryeo ausgebildet wurden. Schriftliche Beweise für die Existenz dieser Kriegerklasse fehlen, genau wie Informationen darüber was mit den Samurang und ihren Schwertstilen geschah, nachdem Goguryeo zerfiel.
Der Haidong-Gumdo-Weltverband („World Haidong Gumdo Federation“) behauptet, dass Kim Jeong-Ho, Präsident der „Daehan Haidong Gumdo Federation“, das Haidong Gumdo von einem Meister namens Jangbaeksan (was soviel heißt wie „Berg Baekdu“) am Berg Kwanak gelernt hat. Das Gericht kam zum Schluss, dass Haidong Gumdo von Kim Jeong-Ho und Na Hanil begründet wurde, die beide die Koreanischen Schwertkampfkünste Gicheonmun (unter Bak Daeyang) und Simgeomdo (unter Kim Changsik) studiert hatte; die Geschichte von Jangbaeksan war nur eine Metapher dafür. Kim Jeong-Ho und Na Hanil arbeiteten mit dem weitaus bekannteren Namen der beiden Kampfkünste, Simgeomdo. Um 1984 begannen sie, ihren Stil unter dem Namen Haidong Gumdo zu unterrichten. Haidong Gumdo spielte jedoch weiterhin eine eher untergeordnete Rolle, bis Na Hanil im Jahre 1989 die Hauptrolle in einem Koreanischen Fernsehfilm spielte. Dies trug zum raschen Bekanntwerden von Haidong Gumdo bei, aber das schnelle Wachstum der Organisation führte zu internen Konflikten.
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