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Esdo

Esdo ist ein Gesundheits- und Selbstverteidigungssport, der in den 1980er Jahren in Deutschland von Kunibert Back, Peter Krenkler und Andreas Holzwart aus verschiedenen Vollkontaktkampfsportarten entwickelt wurde. Ziel war es, ein Selbstverteidigungssystem zu schaffen, welches den enormen Größen- und Reichweitenunterschieden der europäischen Menschen Rechnung trägt. Die Schreibweise Esdo bezeichnet hier die Sportart, während ESDO für den Verband European Self Defense Organization steht. Seit 2001 firmiert Esdo unter dem Namen der Dachorganisation IHSDO (International Health & Self Defense Organization). Die Bezeichnung ESDO (Esdo) ist seit 1989 in Deutschland ein eingetragenes Markenzeichen.

Im Esdo wird der Schüler nicht in starre und festgelegte Abläufe oder Routinen "gepresst", sondern vielmehr mit Hilfe des Erlernten auf einen Weg gebracht, der es ihm ermöglicht, seinen persönlichen Stil zu entwickeln - unter Berücksichtigung der eigenen körperlichen und geistigen Möglichkeiten. Das heißt: Esdo schreibt nicht vor, wie man in welcher Situation zu reagieren hat, sondern eröffnet dem Anwender Wege und Möglichkeiten, der entsprechenden Lage gemäß der eigenen Stärken individuell zu begegnen.

1 Konzepte/Prinzipien

Oberstes Prinzip
Die Beachtung der geltenden gesetzlichen Bestimmungen

Nichttechnische Esdo-Prinzipien
 
  • Esdo ist eine Synthese aus Gesundheits- und Selbstverteidigungssport, ohne eine dieser beiden Aspekte zu vernachlässigen
  • ESDO - Bestimmungen einhalten - wie Unterrichtsordnung, Prüfungsordnung, Unterrichtsgestaltung, Wettkampfregeln usw.
  • Fairness beachten, sowohl die Schüler untereinander als auch im Verhältnis Schüler/Trainer, Schüler/Organisation, Trainer/Organisation. Dies drückt sich z. B. dadurch aus, dass im ESDO keinerlei indirekte Beiträge (Verbandsgebühren, Jahressichtmarken etc.) gibt.
  • Die Achtung von Kampf- und Selbstverteidigungssportarten, sofern diese seriös betrieben werden und nicht in Verruf gekommen sind.

Technische Esdo-Prinzipien

Im Esdo werden die körpereigenen Fähigkeiten voll ausgenutzt, um im Ernstfall gegen körperlich stärkere Gegner bestehen zu können.

Dazu ist es nötig, dass man:
 
  • das Körpergewicht optimal in Schlagkraft umsetzt
  • die Körperkraft optimal einsetzt
  • die Reichweite vollständig ausnutzt
  • den Körper kräftigt und beweglicher macht (Steigerung der Körperkraft, Gelenkigkeit und Ausdauer)
  • die Reflexe und Automatismen so schult, dass eine allgemeine Routine entsteht. Dies erreicht man z. B. durch Ernstfalltraining und durch Schulung der visuellen und der taktilen Reflexe (auf Berührung beruhend).
  • eine Stellung und Haltung wählt, die so geschaffen ist, dass man auf kürzestem Weg abwehren und kontern kann. (Prinzip der kurzen Wege.)
  • dass man die günstigsten Trefferpunkte auswählt und immer auf derselben Seite weitermacht, wenn sich Hand- und Fußtechniken abwechseln (Kombinationsprinzip).

2 Die Grundschule


In der Grundschule wird das Gefühl für das Zusammenspiel von Bewegung und Technik entwickelt. Es sind hier eine Reihe von Bewegungen und Techniken zusammengestellt, die gut zueinander passen.

2.1 Die Bewegungen der Grundschule

  • Vorsteppen: Vorderer Fuß bewegt sich nach vorne und setzt ab, hinterer Fuß vollzieht genau den gleichen Weg
  • Ansteppen: Der hintere Fuß wird an den vorderen herangezogen.
  • Übersetzen: Der hintere Fuß wird vor den vorderen gesetzt. (Die Technik erfolgt dann mit dem anderen Fuß)
  • Vorgehen: Der hintere Fuß wird nach vorne gesetzt.
  • Fallschule: Rolle schräg rückwärts über eine Schulter und aufrichten in Kampfstellung

2.2 Die 12 Grundschulbewegungen


Alle Übungen werden 5 mal ausgeführt und es wird selbständig gewendet.


Beginn durch Einnahme der frontalen Verteidigungshaltung.
 
  1. Vorsteppen mit Führungshand
  2. Vorsteppen mit Schlaghand
  3. Vorsteppen mit Block nach unten (von innen nach außen)
  4. Vorsteppen mit Block nach unten (von außen nach innen)
  5. Vorgehen mit Vorwärtsfußtritt (hinteres Bein tritt)
  6. Übersetzten mit Abwärtsfußschlag (von innen nach außen) Bei der Wendung nach Punkt 6 wird sofort die seitliche Verteidigungshaltung eingenommen
  7. Vorsteppen mit Faustrückenschlag
  8. Ansteppen an Innenfuß mit Halbkreisfußtritt Bei der Wendung nach Punkt 8 wird sofort wieder die frontale Verteidigungshaltung eingenommen
  9. Vorsteppen mit Block mittlerer Stufe (von außen nach innen)
  10. Vorsteppen mit Block mittlerer Stufe (von innen nach außen)
  11. Vorsteppen mit Block nach oben am Ende von Punkt 11 wird nicht gewendet, sondern man bleibt für die Fallschule (Rolle rückwärts) stehen
  12. Fallschule (Rolle rückwärts mit Aufrichten in frontale Verteidigungshaltung)

Rolle Vorwärts (aufrichten in frontale Kampfstellung) Seitwärtsfallen Katzensprung (aus dem Stand nach vorne auf den Bauch fallen lassen, unterarm abstützen) Freierfall


3 Die Partnerübungen


Ein wichtiges Ziel des Esdo ist die visuelle Früherkennung des gegnerischen Angriffes. Eine wichtige Trainingsmethode dafür sind die Partnerübungen. Sie werden in 5 Stufen unterrichtet, die immer schwieriger werden. So erzielt man eine stufenweise Anpassung an den Trainingsfortschritt. Die einfachsten Partnerübungen sind die der Stufe 1. Hierbei sind alle Angriffe bekannt und die Angriffsarten festgelegt. Der Angegriffene weiß also genau, mit welcher Technik er angegriffen wird, und braucht sich demnach nur noch darauf zu konzentrieren, diese Technik im richtigen Moment (Timing) abzuwehren. Er lernt weiterhin die gegnerische Reichweite einzuschätzen und mit der Masse, dem Gewicht und der Kraft, die der Gegner auf ihn einwirken lässt, umzugehen.

Partnerübungen Stufe 1


Die festgelegten Angriffstechniken der Stufe 1 sind:

  • 5 x Vorsteppen mit der Führungshand
  • 5 x Vorwärtsfußtritt mit dem hinteren Bein
  • 5 x Steppschritt mit Haken oder Schwinger der hinteren Hand (Kopfhaken)
  • 5 x Halbkreisfußtritt mit dem hinteren Bein auf Oberschenkel, Bein, Bauch oder Kopf.

Abwehr:


5 verschiedene Abwehr- und Kontermöglichkeiten.

Diese Angriffe erfolgen genau in dieser Reihenfolge, so dass der Angegriffene immer weiß, welche Technik als Nächstes kommt.

Angriff und Abwehr der geraden Führungshand:

Beide Partner stehen sich in einem Abstand gegenüber, der außerhalb der Trefferreichweite liegt. Durch den Steppschritt kommt der Angreifer auf Trefferdistanz. Angriffe können mit Blocks mittlerer Stufe von außen nach innen oder von innen nach außen abgewehrt werden. Es ist etwas günstiger, aber nicht zwingend notwendig, von außen nach innen abzuwehren. Als Konter können sowohl einzelne Techniken als auch mehrere Techniken verwendet werden.

Angriff und Abwehr gegen Vorwärtsfußtritt:


Der gerade Vorwärtsfußtritt erfolgt aus direkter Trefferdistanz. Er wird mit den Blocks nach unten ebenfalls von außen nach innen abgewehrt. Als Konter können Schläge und Tritte wie beim geraden Fauststoß angewendet werden, es ist aber auch möglich, den Gegner durch Fassen des Trittbeines aufzuhalten.

Angriff und Abwehr gegen Haken und Schwinger:


Der Angriff erfolgt mit der Schlaghand als Haken mit Ausfallschritt oder Schwinger.

Abwehrmöglichkeiten:
  • Block mittlerer Stufe von innen nach außen (dieser kann auch durch den gleichen Block mit der hinteren Faust verstärkt werden) und nachfolgenden Schlag- und Trittechniken.
  • Direkter Konter mit Block und geradem Fauststoß (Block über Kreuz)
  • Abrollen mit Haken
  • Block von innen nach außen mit Arm fassen und Armhebel oder Wurf.

Angriff und Abwehr des Halbkreisfußtrittes:

Dieser erfolgt wie bei der Stufe 1 mit dem hinteren Bein. Die Distanz ist so zu wählen, daß man im Notfall direkt trifft. Nach der Abwehr erfolgen hier wieder Konter. Es kann auch direkt gekontert werden durch Fauststoß. Es ist gleichzeitig notwendig, die Deckung einzubehalten. Zur Distanzverkürzung kann gegebenenfalls ein Ausfallschritt nach vorne gemacht werden.

Partnerübungen Stufe 2

Die Angriffstechniken und der Modus sind gleich wie bei Stufe 1, mit dem Unterschied, dass die Reihenfolge der Angriffstechniken beliebig wählbar sind. Der Angreifer soll einen realistischen Angriff führen. Bei dieser Stufe ist das Tragen von Sicherheitsausrüstung (Fuß-, Hand-, Mund- und Tiefschutz) vorgeschrieben.

Anmerkung: Beim Üben der Stufe 2 der Partnerübung ist Folgendes zu beachten:

Mit der Angriffsgeschwindigkeit tastet man sich langsam vor, gibt dem Partner bei den ersten 5 - 10 Angriffen auf jeden Fall die Chance, den Angriff abwehren zu können. Man steigert langsam die Angriffsgeschwindigkeit bis zu dem Punkt, an dem die Angriffe durchdringen. Der angegriffene Partner bewegt sich auf gar keinen Fall rückwärts. Er bleibt entweder stehen oder bewegt sich zur Seite, oder schräg nach vorne. Beim Kontern mit Schlägen und Tritten wird der Gegner nicht getroffen.

Partnerübungen Stufe 3

Hierbei wird genau so vorgegangen wie bei Stufe 2, mit dem Unterschied, dass dazu noch alle übrigen im Freikampf erlaubten Techniken wie z. B. Abwärtsfußschlag, Fersendrehschlag, Aufwärtshaken oder Fußfeger, als Angriffstechniken erlaubt sind. Als Konter ist jede Technik erlaubt.

Partnerübungen Stufe 4

Ausrüstung:

Der Angreifer trägt Hand- und Fußschutz, der Verteidiger mindestens Mund- und Tiefschutz, empfehlenswert sind Unterarm- und Schienbeinschutz. Der Angreifer steht auf direkter Trefferdistanz, er greift nur an, während der Abwehrende nur abwehrt. Die Angriffstechniken sollen in ununterbrochenem Rhythmus und so ausgeführt werden, dass man berührt, aber nicht hart trifft. Der Abwehrende macht keinen Konter. Erlaubt sind Schläge und Tritte auf die Frontseite des Körpers oberhalb der Gürtellinie, sowie Halbkreisfußtritte mit dem Spann auf die Oberschenkel.

Partnerübungen Stufe 5

Ausrüstung:


Beide Partner tragen nur Mund- und Tiefschutz.

Der Angegriffene wird mit allen möglichen Techniken ständig angegriffen. Er wehrt nur ab. Sollte der Angreifer aber in Griffreichweite kommen, darf ihn der Angegriffene fassen und umklammern, ihn wegstoßen, heranziehen und aus dem Gleichgewicht bringen. Die Angriffs- und Abwehrtechniken müssen so ausgeführt werden wie im Ernstfall.

4 Das Reflextraining (aktiv/passiv)

Das Reflextraining dient zur Steigerung der Reflexe zum einen und zum Training der Esdo-Techniken zum anderen. Es wird mit Pratzen (Schlagpolstern) durchgeführt. Der Pratzenhalter hält die Pratzen an denjenigen Punkt, an dem die beabsichtigte Technik ihren besten Wirkungsgrad entfalten kann, und geht dem Angriff auch etwas entgegen.

Zwischen dem Hochhalten und dem Ausführen der Technik sollten nicht mehr als 2 Sekunden liegen. Die Pratzen werden so gehalten, daß der Ausführende (Aktive) keine Zwischenbewegung (z. B. Steppschritt) machen muss.

Haltung der Pratzen:

  • Gleichseitig gehalten: Faustrückenschlag, Vorwärtsfußtritt, Abwärtsfußschlag, Hakentritt und Seitwärtsfußtritt
  • Über Kreuz gehalten: Gerade Fausstöße, Haken, Halbkreisfußtritt und gedrehte Fußtritte

Aktiv und passiv heißt:

Der Pratzenhalter führt ab und zu einen Schwinger zum Kopf des Ausführenden, welcher durch Abrollen oder Bücken verhindert, dass er getroffen wird. Bei unzureichender Deckung des Ausführenden streut der Pratzenhalter einen Vorwärtsfußtritt in die Ausführung ein. Ein Treffer soll durch Schließung der Deckung verhindert werden.

5 Die Prüfungen

Schülergrad 5a (Weiß-Gelb)
  • Grundschule ohne Fallschule
  • Partnerübung Stufe 1 (nur Abwehr von geradem Fauststoß)
  • 4 Kombinationen

Schülergrad 5 (Gelb)
  • Grundschule
  • Partnerübung Stufe 1 (nur Abwehr von geradem Fauststoß und Vorwärtsfußtritt)
  • 5 Kombinationen


Schülergrad 4a (Gelb-Orange)
  • Grundschule
  • Partnerübung Stufe 1
  • 5 Kombinationen


Schülergrad 4 (Orange)

  • Grundschule
  • Partnerübung Stufe 1
  • Partnerübung Stufe 2
  • 6 Kombinationen



Schülergrad 3a (Orange-Grün)

  • Grundschule
  • Partnerübung Stufe 3
  • 6 Kombinationen


Schülergrad 3 (grün)

  • Grundschule
  • Partnerübung Stufe 3
  • 7 Kombinationen
  • 1 Freikampf


Schülergrad 2a (Grün-Blau)
  • Grundschule
  • Partnerübung Stufe 3
  • 7 Kombinationen
  • 1 Freikampf
  • Freie Selbstverteidigung (Griffvermeidung, Handgelenks- und Reversgriffbefreiung)
  • Mündliche Prüfung über gesetzliche Notwehrbestimmungen


Schülergrad 2 (Blau)
  • Partnerübung Stufe 3
  • 8 Kombinationen
  • 2 Freikämpfe
  • Freie Selbstverteidigung
  • Freies Reflextraining aktiv
  • Mündliche Prüfung über gesetzliche Notwehrbestimmungen und Turnierbestimmungen
  • 1 Bruchtest nach Wahl


Schülergrad 1a (Blau-Braun)

  • Partnerübung Stufe 3 und 4
  • 8 Kombinationen
  • 2 Freikämpfe
  • 1 Esdo-Ringkampf
  • Freie Selbstverteidigung
  • Freies Reflextraining aktiv
  • Mündliche Prüfung über gesetzliche Notwehrbestimmungen, Wettkampfregeln, Geschichte, Entwicklung des Esdo
  • 1 Bruchtest nach Wahl


Schülergrad 1 (Braun)
  • Partnerübung Stufe 3 und 4
  • 9 Kombinationen
  • 2 Freikämpfe
  • 1 Esdo-Ringkampf
  • Freie Selbstverteidigung
  • Freies Reflextraining aktiv und passiv
  • Mündliche Prüfung über gesetzliche Notwehrbestimmungen, Wettkampfregeln,Trainingsaufbau, Esdo-Prinzipien,Geschichte und Entwicklung des Esdo
  • 2 Bruchtests nach Wahl


6 Der Freikampf

Für den Freikampf im Esdo gelten die folgenden Bestimmungen:

Geltungsbereich
Die Esdo-Freikampfbestimmungen gelten für Freikampfgalas auf Turnieren, für Vergleichskämpfe und für Freikämpfe bei Prüfungen.

Generalklausel
Beide Kämpfer tragen wechselseitig Sorge für die körperliche Unversehrtheit des Kampfpartners.

Ehrenkodex
Kämpfer und Betreuer erkennen grundsätzlich jede Entscheidung von Kampfleitern, Punktrichtern oder Prüfern stillschweigend an. Proteste und Ähnliches gibt es im Esdo nicht!

Ausrüstung der Kämpfer
Die Kämpfer tragen Kleidung laut Unterrichtsordnung der IHSDO, dazu Handschuhe (mit geschlossenen Fingern und ohne offene Schnürung), Fußschutz, der die Zehen vollständig bedeckt, Mundschutz und Kopfschutz (beim Tragen eines Voll- Kopfschutzes kann auf den Mundschutz verzichtet werden). Weibliche Kämpfer tragen dazu einen Damen-Brustschutz und einen Damen-Tiefschutz, männliche Kämpfer einen Herren-Tiefschutz.

Erlaubt sind ferner: Schienbeinschutz, Unterarmschutz (beide nur aus weichem Material), Schutzwesten, Handbandagen mit max. 2,5 m Länge.

Kampfzeit

Die Kampfzeit beträgt bei Kindern und Jugendlichen von 8-17 Jahren 2 Minuten, bei Erwachsenen ab 18 Jahren 3 Minuten.

Erlaubte Techniken
Schlag- und Tritttechniken auf die Frontseite des Oberkörpers oberhalb der Gürtellinie. Die Techniken müssen so ausgeführt sein, dass sie innerhalb der Polsterfläche der Schutzausrüstung selbst zurückgezogen werden. Bei Techniken, bei denen dies nicht möglich ist ist (z. B. Abwärtsfußschlag, Fersendrehschlag), darf nur gestreift werden. Erlaubt sind weiterhin Fußfeger und Fußsicheln, das Fassen des Trittbeines des Gegners, den Gegner in den Schwitzkasten zu nehmen und ihn von hinten zu umfassen.

Aufruf der Kämpfer
Bei Aufruf der Kämpfer begeben sich diese auf die Kampffläche, der Erstgerufene steht von den Punktrichtern bzw. dem Prüfer aus gesehen links. Bei Freikampf-Galas oder Vergleichskämpfen tritt auch der Betreuer hinzu und setzt sich auf einen Stuhl. Der Kampfleiter kontrolliert nun die Ausrüstung und ruft dann "Achtung", "Gruß" (worauf sich beide Kämpfer zueinander verbeugen) und "Zeit". Nachdem der Zeitnehmer nickt zum Zeichen dafür, dass er die Stoppuhr bedient hat, gibt der Kampfleiter den Kampf mit dem Kommando "Kämpft" frei.

Kampfverlauf

Beide Kämpfer versuchen nun, durch erlaubte Techniken am Gegner Punkte zu erzielen. Es wird nicht nach jedem Punkt gestoppt, sondern durchgekämpft. Der Kampf wird unterbrochen, wenn sich ein Kämpfer am Boden, außerhalb der Kampffläche oder im Schwitzkasten des Gegners befindet. Das gleiche gilt, wenn ein Trittbein gefasst wurde, ein Kämpfer Trefferwirkung zeigt oder verletzt ist.

Ermahnungen

Bei unsauberer Kampfweise kann der Kampfleiter die Kämpfer ermahnen, bei schwerern Verstößen nach Rücksprache mit den Punktrichtern auch Minuspunkte verteilen oder disqualifizieren.

Kampfende
Nach Ablauf der Kampfzeit ruft der Zeitnehmer laut das Kommando "Stopp". Daraufhin begeben sich die Kämpfer wieder in ihre Ausgangsposition. Der Kampfleiter ruft nun das Kommando "Achtung - Gruß". Hierauf verbeugen sich die Kämpfer wieder zueinander und der Kampf ist beendet.

7 Der Wettkampf

Wikipedia Mehrmals im Jahr werden regionale, bundesweite und sogar europaweite Meisterschaften veranstaltet. Somit hat man im Esdo die Möglichkeit, z. B. hessischer Meister, deutscher Meister oder sogar Europameister zu werden.

Die Wettkämpfe sind in einzelne Sparten unterteilt. Dies sind im Folgenden:
  • Grundschule
  • Griffbefreiung/Griffabwehr
  • Waffenabwehr
  • Freikampf-Kombinationen
  • Demonstrationswettbewerbe für Einzelpersonen und Gruppen.

Für den Freikampf gelten die "Esdo-Freikampfbestimmungen".

Für Turniere gelten die folgenden Turnierbestimmungen:

Genehmigung
Für die Ausrichtung eines jeden Esdo-Turniers ist die schriftliche Genehmigung des IHSDO-Präsidiums einzuholen ("Turniervereinbarung" bei der IHSDO-Geschäftsstelle anfordern).

Durchführung
Bei Aufruf begibt sich der Ausführende, bzw. die Ausführenden, auf die Demonstrationfläche. Diese besteht aus einer Mattenfläche von 6 x 6 Metern mit einer Sicherheitszone von mindestens 1 Meter darum. Nach dem Ende einer jeden Darbietung bekommt jeder der 3 Kampfrichter die Bewertungesliste vorgelegt, hierbei sind die Wertungen der anderen Punktrichter verdeckt. Jeder Punktrichter kann nun eine Wertung von 0 bis 10,00 Punkten abgeben, mit 2 Stellen hinter dem Komma, also ganz präzise z. B. 3,76 oder 7,69. In der Freikampf-Gala werden beide Kämpfer zusammen bewertet. Wenn eine Wettbewerbsdisziplin beendet ist, wird die Liste dem Schriftführer vorgelegt. Dieser rechnet die Wertungen zusammen und schreibt die Summe ans Ende. Er übergibt sie dann dem Gegenrechner, der noch einmal nachrechnet. Der oder die Ausführende(n) mit der höchsten Gesamtpunktzahl ist Sieger, die Reihenfolge der weiteren Platzierungen ergibt sich aus dem Punktestand. Die Darbietungen werden in erster Linie nach sauberer Durchführung, Kraft und Schnelligkeit der Techniken bewertet, bei allen Disziplinen mit Ausnahme der Grundschule fließen auch Krativität, Realität, Originalität und Einfallsreichtum mit ein. In der Freikampf-Gala wird neben den erzielten Trefferpunkten auch die Verteidigungsfähigkeit und die allgemeine Kampfführung gewertet, hier steht einer der Punktrichter als Kampfleiter auf der Fläche und kontrolliert die Schutzausrüstung vor Kampfbeginn. Er gibt den Kampf frei und unterbricht ihn gegebenenfalls. Einer der beiden Punktrichter fungiert als Zeitnehmer. Mit Ausnahme der offenen Demowettbewerbe ist Esdo-Kleidung laut IHSDO-Unterrichtsordnung zwingend vorgeschrieben. Wer nicht gemäß Unterrichtsordnung gekleidet (bzw. bei der Freikampf-Gala nicht auch gemäß der Freikampfbestimmungen ausgerüstet) erscheint, erhält 2 Minuten Zeit, sich ordnungsgemäß zu kleiden bzw. auszurüsten, und startet mit einem Minuspunkt. Wer nach 2 Minuten noch nicht ordnungsgemäß gekleidet bzw. ausgerüstet erschienen ist, erhält 0 Punkte und kann nicht mehr starten. Im offenen Demowettbewerb ist die Art der Bekleidung freigestellt. Jeder Teilnehmer eines offiziellen Esdo-Turniers erhält eine vom Präsidenten der IHSDO unterschriebene Turnierurkunde mit seiner Platzierung.

8 Der Bruchtest

Der Bruchtest wird im Esdo erst ab Blaugurt zum Prüfungsinhalt. Es bedarf im Esdo keines speziellen Trainings für den Bruchtest. Vielmehr resultiert die Fähigkeit zur Durchführung eines Bruchtest aus dem normalen Training.

Beim Bruchtest wird überprüft, ob man erlernte Techniken und alle damit verbundenen Faktoren richtig und vor allem kraftvoll umsetzen kann.

8.1 Voraussetzungen

Die Haupteigenschaften zum Gelingen für einen guten Bruchtest sind
  • Kraft,
  • Schnelligkeit und
  • Koordination.

Wichtig ist hierbei die "Massenträgheit" des Gegenstandes, mit dem der Bruchtest durchgeführt wird. Trägheit ist der Widerstand, den eine Masse der Beschleunigung entgegensetzt. Die Trägheit wurde durch Isaac Newton in seinem ersten Bewegungsgesetz postuliert und im zweiten Bewegungsgesetz mit F = m ·a quantifiziert. Also sollte bei einem Bruchtest immer vorrangig sein, mittels seiner Techniken auf direktem Weg die höchstmögliche Bewegungsenergie freizusetzen, um eine Schlagkraft zu erzeugen, die das Material zerstören kann. Natürlich muss das Ziel der zu erprobenden Technik der schwächste Punkt des Materials sein. Denn hier sollte – in dem Augenblick, in dem die jeweilige Technik ihre maximale Kraft erreicht – die volle Kraftentfaltung stattfinden. Bei elastischen Stoffen wie Holz oder den oft verwendeten zusammensteckbaren Kunststoffplatten befindet sich dieser Punkt quasi hinter dem Material, weil es zunächst um einiges nachgibt, es biegt sich durch. Die verwendete Technik muss das Material sozusagen erst durchdringen. Nicht elastische Stoffe wie Gasbeton und Dachziegel brechen hingegen schon früher.

Dank neuester Messmethoden ist man in der Lage, die Wirkung einer Schlag-, Tritt- oder Stoßtechnik in einem Bruchtest auch zu messen.

8.2 Bruchtestmaterial

Vorrangig bei der Ausübung eines Bruchtestes ist besonderer Wert auf die Vorbereitung und natürlich die Auswahl des Bruchtestmaterials zu legen. Dabei sollte alles genau auf die ausgeführte Technik und die Leistungsfähigkeit des Ausführenden abgestimmt sein. Scheitert eine Technik am falschen Material oder durch unsachgemäßes Halten, so kann es bei allen Beteiligten zu schweren Verletzungen führen.

Meistens werden Bretter aus Fichtenholz mit den Maßen 30 x 30 cm verwendet. Die Brettstärken variieren je nach Alter und Können der jeweiligen Probanden.

Als Richtlinie kann dienen:
Alter Brettstärke
bis 14 Jahre ca. 1,5 cm
14-16 Jahre ca. 2,5 cm
ab 16 Jahre ca. 3,5 cm

Auf Vorführungen werden auch gerne "spektakuläre" Materialien genommen wie etwa Gasbetonplatten, Ziegelsteine, Kokosnüsse, Dachziegel, Flusskiesel, Melonen, Flaschen usw.

Es gibt zwar diverse Haltevorrichtungen, meistens jedoch werden die Materialien von Helfern gehalten. Hier sollte man im Vorfeld mit den Helfern seine Technik und alle relevanten Punkte, die zu beachten sind, besprechen (z. B. nicht wackeln, Gesicht abwenden usw.).

Oft werden auch Geschwindigkeits-Bruchtests vorgeführt. Hierbei ist es üblich, das Material frei hinzustellen oder sogar hochzuwerfen.

Beim Werfen muss auf die einwandfreie Flugbahn des Objektes geachtet werden, denn ein umhertrudelndes Objekt würde nicht nur den Bruchtest misslingen lassen, sondern es besteht zudem eine enorme Verletzungsgefahr für alle Anwesenden.

9 Der Bodenkampf

Der Esdo-Bodenkampf oder, da er ja im Stand beginnt, der Esdo-Ringkampf, ist keine Wettkampfform, sondern eine esdospezifische Trainingsmedthodik.

Trainingsziele

  • Schulung des direkten Nah- und Bodenkampfes
  • Entscheidende Verbesserung der Kraftausdauer
  • Automatisierung von reflexartigen Reaktionen auf den Krafteinsatz des Kampfpartners

Ausführung

Für männliche Esdo-Sportler ist das Tragen eines Tiefschutzes bei dieser Methodik empfehlenswert. Es ist hilfreich, aber nicht notwendig, einen Kampfleiter einzuteilen, der den Ringkampf mit den Kommandos "Achtung!", "Gruß!", "Kämpft!" beginnen lässt. Schlag- und Trittechniken sind grundsätzlich verboten, jede Art von Griff, Wurf, Hebel, Würgen etc. sind jedoch zugelassen. Zwei Partner stehen sich in individueller Verteidigungshaltung gegenüber. Nach Kampfbeginn versuchen sie, mit Hilfe erlaubter Techniken den Kampfpartner zur Aufgabe zu bewegen oder flach auf den Bauch zu legen. Eine Aufgabe ist möglich durch hörbares Abklopfen am Boden oder am Kampfpartner bzw. durch den Ausruf "Stopp!".

Fortgeschrittenere sollten den Ringkampf auch mit mehreren Kampfpartnern üben. Auch hier gilt:

Beide Kämpfer tragen wechselseitig Sorge für die körperliche Unversehrtheit des Kampfpartners!

10 Trainingsbekleidung und Ausrüstung

Anfänger benötigen zum Training:
  • einen weißen Keiko-Gi (Karate- oder Taekwondo-Anzug) mit weißem Gürtel
  • Tiefschutz bei Männern (Pflicht)

Zum Probetraining und in den ersten Trainingseinheiten kann auch normale Sportkleidung getragen werden.

Fortgeschrittene benötigen:
  • Mundschutz
  • Faustschützer
  • Fußschutz
  • Trainingsmesser
  • Holzstock

Für Frauen optional:
  • Tiefschutz
  • Brustschutz

Dieser Artikel und darin enthalteneu Bilder basieren auf dem Artikel Esdo aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
 

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